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von Martin Jera-Zebandt | JDK (Java Development Kit) ist eine Softwareentwicklungsumgebung für die Programmierung mit der Java Plattform. JDK enthält eine vollständige Java Runtime Laufzeitumgebung, die „private Runtime“. Der Name „Kit“ drückt aus, dass es sich hier um eine Sammlung von Programmiertools handelt, also wesentlich mehr als das abgeschlossene, eigenständige JRE (Java Runtime Environment).

OpenJDK ist eine seit dem Jahr 2007 verfügbare freie und open-source Implementierung der Java SE Plattform Edition. OracleJDK wurde und wird von Oracle gepflegt und weiterentwickelt.

Oracle hat Anfang 2019 den Release-Zyklus für das JDK (Java Development Kit) und damit verbunden auch die Support- und Lizenzierungsrichtlinien geändert. Immer noch herrscht Unsicherheit welche Auswirkungen dies auf den Einsatz im Unternehmen hat. Einfach erkannt wird die Tatsache, dass eine bislang kostenfreie Software nun kostenpflichtig wird. Die organisatorische Auswirkung ist schwieriger zu erfassen.

Was hat sich verändert und wie gehen wir damit um?

  • OracleJDK ist für den Einsatz im Unternehmen kostenpflichtig.
  • Oracle hat festgelegt, dass es im Januar 2019 das letzte öffentliche Java SE 8 Update geben wird, das für kommerzielle Einrichtungen kostenfrei sein wird. Danach wird es für Java SE 8 sogenannte Long Term Support Versionen (LTS) geben, die alle drei Jahre zu einem neuen Major Release führen. Dazwischen werden weiterhin Updates und Patches verteilt. Oracle überlässt dabei dem Nutzer, ob er auf dem letzten frei verfügbaren Java SE 8 Update stehen bleiben oder Support kaufen möchte. Konkret betroffen sind folgende Produkte:
  • Java SE Advanced Desktop
  • Java SE Advanced
  • Java SE Suite
  • Die Lizenzierung des kostenpflichtigen Supports (Java SE Subscription) erfolgt für Server (physisch wie virtuell) mit einer per Core Lizenz (Core Faktor 0,25 – 1) und für Desktop-Geräte mit einer per Named User Plus Lizenz.
  • Releases (Versionen aktuell: 7, 8, 11 / geplant: 17)
  • Hierbei müssen die Client- und/oder Server-Installationen lizenziert werden.

Was in diesem Zusammenhang nicht unerwähnt bleiben darf ist natürlich die Tatsache, dass es weiterhin auch andere JDK Distributionen gibt. Es besteht die Möglichkeit auf OpenJDK zu wechseln, hierbei sind die Release-Zyklen jedoch halbjährlich, was den Einsatz im Unternehmen oft schwieriger gestaltet. Neben OpenJDK gibt es noch weitere Alternativen mit Langzeitsupport (Amazon Corretto, Red Hat OpenJDK, etc.).

Erst kürzlich, im April 2019, übernahm Red Hat die Leitung für die Open Source Projekte OpenJDK 8 und OpenJDK 11. Das heißt, dass Red Hat nun die Bugfix- und Sicherheitsupdates für diese beiden Java-Versionen pflegt und so auch die Java Longterm-Support-Releases sichert.

Was oft unbeachtet bleibt: auch Open Source Software unterliegt – unabhängig von Lizenzgebühren – Nutzungsbedingungen. Oracle JDK wird unter dem Oracle Binary Code License Agreement bereitgestellt während OpenJDK der GNU General Public License (GNU GPL) Vers. 2 unterliegt. Mehr über die Lizenzierung von Open Source Produkten finden Sie in der License Library unter https://licenselibrary.de/ .

Aber was bedeutet das, was können wir tun, wie gehen wir mit der Situation um? Es ist angebracht, den Einsatz von Java im Unternehmen zu überprüfen und im Hinblick auf die langfristige Nutzung zu hinterfragen. Orientierungsfragen dazu sind:

Wo werden Java-Installationen im Unternehmen eingesetzt und welche Versionen liegen vor? Sind Java-Installationen in anderen Softwareprodukten integriert bzw. handelt es sich um eine eingebettete Nutzung? Könnten die Installationen durch alternative Softwareprodukte ersetzt werden?

Bei solchen Analysen können unsere Berater von CCP natürlich helfen. Strukturierte Assessments helfen alle Aspekte zur Nutzung von Java zu erfassen und die zu erwartenden Kosten abzuschätzen.

 

Redakteur: Martin Jera-Zebandt
Datum: 08|2019

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